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30. Dezember 2017

Brief an meine große Tochter und Ankündigung des Verlustes meines Pflegekaters

Filed under: 1) "Stars / Deutungs- und Beratungsangebot" — Eveline Reinke @ 10:33 pm

Liebe Smilla!
Ich verstehe dich. Das, was du schreibst stimmt sowieso mit dem überein, was ich auch denke, nämlich dass es heilsam sein könnte, wenn wir den Kontakt eine Weile ruhen lassen.
Dein Vater jedoch versteht das nicht so leicht.
Er hat es nicht verstanden, auch wenn du schreibst dass es nichts mit ihm, mir oder der Gruppe zu tun hat. Er macht Stress.
Und das wiederum nervt mich sehr und deswegen halten wir nun auch Abstand voneinander.
Ich denke, dass du mich auch noch 3 Jahre lang mindestens als „schwach“ erleben wirst und den Papa entsprechend wie er im Dreieck springt.
Es hilft ihm jetzt gar nichts, zu kämpfen, um euch zu kämpfen.
Um dich hätte er kämpfen müssen als du klein warst. Da hätte er mich nicht im Stich lassen dürfen.
Statt beim Kinderhilfeshop für Fremde Kleiderschränke aufzubauen hätte er zuhause helfen können, wenn ich ihn brauchte.
Statt Vergnügen mit anderen nachzugehen hätte er Zeit mit mir und dir verbringen können.
Und ich war zu dumm ihn nicht ganz zu verlassen als du klein warst. Weil er mir leid tat und ich wollte, dass ihr euch gegenseitig sehen könnt.
Die Familie war mir immer das wichtigste.
Und ich habe es so satt, dass du falsche Rückschlüsse ziehst, nur weil du ein stärkerer Mensch bist als ich. Dass du zum Beispiel behauptet hast, es hätte mir nichts ausgemacht, dass es in der Wohnung zog, wenn die Fenster undicht waren.
Zum Beispiel dies ist ein gewaltiger Irrtum. Ich wusste nur nicht, was ich tun sollte.
Vielleicht wäre ich heute schlauer, vielleicht auch nicht. Da spielt vieles eine Rolle.
Genauso ist es mit so vielen anderen Dingen.
Ich habe mir das Leben mit dir anders vorgestellt und auch mit einem Kindesvater, als Familie, gemeinsam, an einem Strick ziehen, füreinander da sein.
Rudolf, dein Papa , er hat mir immer nur die kalte Schulter gezeigt. Seine größte Leistung war mich zu ignorieren, auch wenn er sich mit dir beschäftigte. Es gibt auch Väter, die die Mütter nicht allein lassen.
Du wirst in Zukunft noch viel öfter bemerken, dass wir ganz verschieden sind und einander nicht so gut tun. Das musste ich bei meinen Eltern auch erleben. Jeder hat einen anderen Weg und ich fühle mich von deinem Vater sehr daran gehindert ihn zu gehen.
Ich hatte in früherer Zeit 2 Schwangerschaften verloren, abgebrochen, das Kind nicht bekommen, weil der jeweilige Vater Angst vor der Verantwortung hatte und mir nicht sagte, dass er zu mir stehen würde.
Dein Papa war überrascht, hat aber gesagt, dass er sich freut. Auch wenn es ihm gerade nicht passte. Er war trotzdem dankbar. Und oft war er auch ein guter Vater.
Aber er hat es nicht mit mir zusammen geplant und das war der Fehler.
Das hatte zur Folge, dass er sich auch nicht so engagiert hat wie ich das erhoffte und brauchte.
Erst jetzt, wo du in die Pubertät kommst will er „dir nah sein“ und versucht deine Liebe zu erkaufen indem er alle diese Bücher bezahlt und das Kino. Aber das gibt dir nicht, was du gebraucht hättest.
Und solange du mir nicht vertraust sondern an deinen Vorurteilen fest hälst, möchte ich dich im Grunde auch nicht so gern sehen, weil mich das schwächt.
Raissa macht das anders. Sie hat auch andere Erfahrungen.
Ich weiß, dass du Grund hattest eifersüchtig zu sein und dich vernachlässigt fühltest als Raissa kam. Dann hast du mir die Mutterrolle streitig gemacht wo du konntest und manchmal habe ich dich gelassen, weil ich die Fersensporne hatte und beispielsweise froh war, beim Tanzkurs nicht selbst laufen zu müssen. So habe ich dich dort die Mutterrolle machen lassen, wo du es gern wolltest. Zu anderen Zeiten wolltest du gern helfen, im Garten, aber es passte nicht, dann wieder passte es aber du wolltest nicht und ich habe dir dann befohlen es zu tun.
Es dreht sich im Kreis.
Ich bleibe wegen euch in dieser Stadt, die mir so weh tut und in der ich mich so unwohl fühle, obwohl ich anderswo glücklich sein könnte. Und wenn ich dann unglücklich bin aufgrund all dessen, was ich hier nicht verarbeiten kann und was mich nicht nährt wie ich es brauche…
bin ich wieder nicht mehr gut genug für dich.
Du siehst, ich nehme es auch persönlich, das aber sowieso.
Ich möchte dich nicht respektlos erleben. Deswegen komm erst wieder, wenn du das abschalten kannst!
Trotzdem hab ich dich lieb, egal wie alt du bist und wie erfolgreich oder nicht. Mama

PS Wahrscheinlich stirbt Sam bald. Sags Raissa nicht. Ich kämpfe um sein Leben.

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